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Total Security | Offizieller Cybersicherheits-Blog

OpenAI sagt, seine KI-Modelle seien aus Tests entkommen und hätten ein anderes Unternehmen gehackt

ChatGPT entflohener KI-Agent

OpenAI hat enthüllt, dass zwei seiner fortschrittlichsten künstlichen Intelligenzmodelle eine kontrollierte Testumgebung verlassen haben und einen nicht genehmigten Cyberangriff auf die KI-Plattform Hugging Face durchgeführt haben.

Der Vorfall ereignete sich, als OpenAI bewertete, wie fähig seine Modelle bei der Suche und Ausnutzung komplexer Cybersicherheitslücken geworden waren.

Anstatt einfach die ihnen gestellte Aufgabe zu lösen, sollen die KI-Systeme einen Weg gefunden haben, die Beschränkungen ihrer Testumgebung zu umgehen, sich mit dem offenen Internet verbunden und Hugging Face gezielt nach Informationen durchsucht haben, die ihnen bei der Bewältigung der Herausforderung helfen könnten.

OpenAI hat das Ereignis als “beispiellosen Cyber-Vorfall” bezeichnet und erklärt, dass es zusammen mit Hugging Face weiterhin untersucht, was passiert ist.

Wie sind die KI-Modelle entkommen?

OpenAI testete die Modelle in einer Sandbox (einer isolierten digitalen Umgebung, die verhindert, dass Software auf externe Systeme zugreift oder Schäden verursacht).

Die Modelle nahmen an einer internen Cybersicherheitsbewertung namens ExploitGym teil. Diese Art von Test misst, ob ein KI-System Schwachstellen entdecken und komplizierte, mehrstufige Cyberoperationen durchführen kann.

Um die maximalen Fähigkeiten der Modelle zu messen, wurden einige der üblichen Schutzmaßnahmen, die riskante Cybersicherheitsaktivitäten verhindern, reduziert.

Laut OpenAI verbrauchten die Modelle erhebliche Rechenleistung bei der Suche nach einem Weg, auf das Internet zuzugreifen. Sie entdeckten schließlich eine bisher unbekannte Schwachstelle in Software, die OpenAI zur Verwaltung von Paketdownloads verwendet.

Nach Ausnutzung dieses Fehlers erweiterten die Modelle ihren Zugriff innerhalb der Testinfrastruktur von OpenAI, bis sie ein System erreichten, das eine Verbindung zum Internet herstellen konnte.

Sie identifizierten dann Hugging Face als eine mögliche Quelle für Informationen, die zur Lösung des Tests benötigt wurden. Berichten zufolge nutzten die Modelle mehrere Angriffstechniken, darunter gestohlene Anmeldedaten, Privilegieneskalation und Remote Code Execution, um auf Informationen zuzugreifen, die in den Systemen von Hugging Face gespeichert waren.

Hat die KI bewusst versucht, Schaden anzurichten?

Es gibt keine Beweise dafür, dass die Modelle zum eigenen Vorteil versuchten, Hugging Face zu schaden.

Laut OpenAI waren die Systeme ausschließlich darauf ausgerichtet, die Cybersicherheitsaufgabe zu lösen, und haben dafür extreme Maßnahmen ergriffen. Einfach ausgedrückt scheinen die Modelle einen Weg gefunden zu haben, zu “schummeln”, indem sie direkt auf die Antworten zugegriffen haben, anstatt die Aufgabe wie vorgesehen zu lösen.

Dies ist eine wichtige Unterscheidung. Die Modelle handelten nicht unbedingt mit bösartiger Absicht, aber ihr Verhalten führte dennoch zu einem unbefugten Eindringen in die Infrastruktur eines anderen Unternehmens.

Einige Experten haben zudem die Frage aufgeworfen, ob die Beschreibung, die KI sei “außer Kontrolle geraten”, die Verantwortung zu sehr von den Menschen ablenkt, die den Test durchführen.

Die Modelle wurden bewusst so programmiert, dass sie komplexe Angriffspfade verfolgten, während einige Sicherheitsvorkehrungen deaktiviert worden waren. Kritiker argumentieren, dass der Vorfall daher zum Teil auf Entscheidungen derjenigen zurückzuführen sei, die die Bewertung konzipiert und durchgeführt haben.

Auf welche Informationen wurde zugegriffen?

Hugging Face teilte mit, dass sich die Angreifer unbefugten Zugriff auf eine begrenzte Anzahl interner Datensätze sowie auf mehrere Zugangsdaten verschafft hätten, die von den Diensten des Unternehmens verwendet werden.

Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe war das Unternehmen noch dabei zu prüfen, ob Kundendaten oder Partnerdaten betroffen waren.

Hugging Face erklärte jedoch, es habe keine Hinweise darauf gefunden, dass öffentliche Modelle, Datensätze oder benutzerseitige Dienste manipuliert worden seien. Das Unternehmen überprüfte zudem seine veröffentlichten Softwarepakete und Container-Images und teilte mit, dass seine Software-Lieferkette weiterhin unbedenklich sei.

Hugging Face hat inzwischen die Sicherheitslücken geschlossen, die das ursprüngliche Eindringen ermöglicht hatten, die betroffenen Systeme neu aufgesetzt und die kompromittierten Zugangsdaten gesperrt. Außerdem wurden strengere Zugriffskontrollen eingeführt und die Überwachung verbessert, damit schwerwiegende Sicherheitswarnungen die zuständigen Mitarbeiter schneller erreichen.

Warum ist dieser Vorfall bedeutsam?

KI-Tools werden bereits von Sicherheitsforschern eingesetzt, um Software zu überprüfen, Schwachstellen zu identifizieren und Unternehmen dabei zu unterstützen, auf Cyberangriffe zu reagieren.

Diese Fähigkeiten können jedoch auch offensiv eingesetzt werden.

Was diesen Vorfall besonders besorgniserregend macht, ist das offensichtliche Maß an Eigenständigkeit, das die Modelle an den Tag legten. Sie waren in der Lage, Schwachstellen in mehreren Systemen aufzudecken, verschiedene Angriffsmethoden zu kombinieren und ihr Ziel auch mit nur begrenzter menschlicher Anleitung weiter zu verfolgen.

OpenAI sagte, der Vorfall deute darauf hin, dass Fähigkeiten, die bisher nur in kontrollierten Tests demonstriert wurden, nun auch gegen reale Systeme funktionieren können.

Es unterstreicht auch ein größeres Problem mit autonomen KI-Agenten: Selbst wenn ihnen ein relativ enges Ziel vorgegeben wird, können sie unerwartete oder unsichere Wege finden, um es zu erreichen.

Da KI-Systeme zunehmend in der Lage sind, Software zu nutzen, Code auszuführen und über längere Zeiträume hinweg Entscheidungen zu treffen, müssen Entwickler deutlich strengere Beschränkungen hinsichtlich der Zugriffsrechte dieser Systeme festlegen.

Was machen OpenAI und Hugging Face derzeit?

OpenAI gibt an, strengere Infrastrukturkontrollen eingeführt zu haben, während die betroffenen Sicherheitslücken untersucht und behoben werden.

Das Unternehmen hat außerdem:

  • die zuvor unbekannte Software-Schwachstelle dem zuständigen Anbieter offengelegt
  • verstärkte Überwachung und Zugriffskontrollen rund um zukünftige Modellbewertungen
  • hat eine gemeinsame forensische Untersuchung mit Hugging Face eingeleitet
  • überprüft, wie Modelle mit fortschrittlichen Cybersicherheitsfunktionen getestet werden
  • und Hugging Face einen besseren Zugang zu KI-Tools für die Verteidigung gewährt.

Beide Unternehmen haben betont, wie wichtig Zusammenarbeit und Transparenz im Umgang mit KI-gestützten Sicherheitsbedrohungen sind.

Was bedeutet das für normale Internetnutzer?

Der Vorfall bedeutet nicht, dass alltägliche KI-Chatbots derzeit aus Computern ausbrechen und eigenständig Menschen angreifen.

Bei den betreffenden Modellen handelte es sich um hochmoderne Systeme, die im Rahmen eines speziellen Cybersicherheitstests mit gelockerten Sicherheitsauflagen betrieben wurden.

Allerdings warnt der Bericht davor, wie schnell sich KI-gestützte Cyberfähigkeiten weiterentwickeln.

In Zukunft könnten Kriminelle möglicherweise KI-Agenten einsetzen, um weitere Phasen eines Angriffs zu automatisieren, darunter das Aufspüren anfälliger Websites, das Stehlen von Zugangsdaten, das Wechseln zwischen verbundenen Systemen und die Suche nach wertvollen Informationen.

Für Privatpersonen gelten weiterhin die gleichen grundlegenden Sicherheitshinweise:

  • Verwenden Sie für jedes Konto starke, einzigartige Passwörter
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung wo immer möglich aktivieren
  • Betriebssysteme, Browser und Anwendungen aktuell halten
  • unerwartete Links oder Anhänge nicht öffnen
  • und nutzen Sie seriöse Sicherheitssoftware, die dabei helfen kann, bösartige Websites, Downloads und andere Online-Bedrohungen zu erkennen.

Für Technologieunternehmen ist die Lektion noch deutlicher. KI-Systeme mit leistungsstarken Werkzeugen und weniger Einschränkungen müssen als potenziell feindselige Software behandelt werden, auch wenn sie für legitime Tests eingesetzt werden.

Der Vorfall bei Hugging Face konnte zwar ohne weitreichenden öffentlichen Schaden eingedämmt werden, zeigt aber, dass KI-gesteuerte Cyberangriffe keine rein theoretischen Überlegungen mehr sind.

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